Von Andrea Prölß  |  11.07.2009 Oberpfalznetz Medienhaus DER NEUE TAG | Netzcode: 1907756  
WEIDEN

Ein kreatives Nicht-fertig-Sein

Aktuelle Ausstellung von Karl Aichinger blickt zurück auf 40 Jahre seines künstlerischen Schaffens

Weiden. Karl Aichinger hat aufgeräumt. In Schüben, Schränken und Dachkammern. Ans Licht kamen über 700 Bilder. Frühe Aquarelle, Druckgrafiken, Zeichnungen. Werke, welche die Entwicklung einer mittlerweile 40-jährigen Künstlerlaufbahn dokumentieren. Grund genug für den Weidener Maler, diese Entwicklung in einer kleinen Retrospektive zu zeigen.

Zurück zum Anfang


„We go back to where we come from“ lautet der Untertitel von Aichingers aktueller Ausstellung, die derzeit in seinen Atelierräumen in der Sedanstraße zu sehen ist. Eine Ausstellung, die zurückführt in die Zeit, in der alles begann. Sein „erstes“ Werk - sofern sich solch ein künstlerisches Erstes Mal überhaupt zeitlich festlegen lässt - datiert Aichinger zurück in das Jahr 1969. Ein Aquarell dokumentiert das künstlerische Erwachen des damals 18-Jährigen. 

Und so beginnt die Ausstellung mit abstrakten Aquarellen und Gouachen aus den siebziger Jahren. Aus dieser Zeit stammen auch die ostasiatisch inspirierten Druckgrafiken in Schwarzweiß. Monochrome Kohle-Bleistift-Zeichnungen folgen in den 80er Jahren. 

„Erwachen“ lautet der Titel einer späteren Gouache-Arbeit aus dem Jahr 1990. Und es ist tatsächlich eine Zeit, in der Aichingers Hinwendung zum Arbeiten mit Öl „erwacht“. Abstrakt expressive Bildsprache in sinnlich-kräftiger Farblichkeit ist das Kennzeichen der Ölgemälde ab den 90ern. 

Suchen und Finden


Und auch hier hat Aichinger kräftig „aufgeräumt“. So wurden Ölarbeiten aus den 80er und 90er Jahren von Aichinger noch einmal umgestaltet und umgearbeitet. Immer mit der Absicht, die kompositorische Spannung noch mehr zu verdichten. Dem voraus geht eine lange Zeit des Um-Sehens und Um-Denkens, des Suchens und Findens. 

Eine beständige Auseinandersetzung mit dem Geschaffenen, das viele dieser Arbeiten zum spannenden „work in progress“ macht. Ein durch und durch gesundes Nicht-fertig-Sein, kreativer Anschub und Motor für die nächsten zwei Jahre. Dann feiert Karl Aichinger seinen 60. Geburtstag. Ein guter Grund, wieder einmal aufzuräumen. Zeit, für eine umfassende Retrospektive. 

Die Ausstellung kann noch bis einschließlich Sonntag, 26. Juli, nach telefonischer Vereinbarung besichtigt werden: Telefon 0961/41215 oder 0172/8184808.